Pressemitteilung vom 01.06.2026

Kulturpreis 2026 geht an Jörg Heieck

Einstimmiger Beschluss des Kulturausschusses am 28. Mai

Der Kulturausschuss beschloss in seiner Sitzung am 28. Mai einstimmig, den Kulturpreis Kaiserslautern 2026 an den Fotografen Jörg Heieck zu vergeben. Der Künstler wurde von einer ganzen Reihe von Lautrer Bürgerinnen und Bürger vorgeschlagen, dabei etliche Kollegen, Künstler und Kulturschaffende.

„Mit der Verleihung des Kulturpreises Kaiserslautern an Dr. Jörg Heieck würdigen wir einen profilierten Künstler mit besonderer Perspektive auf unsere Stadt und Region und auch die Bedeutung des Genres der Fotografie im kulturellen Schaffen unserer Stadt,“ so Bürgermeister und Kulturdezernent Manfred Schulz.

Jörg Heieck, geboren 1964 in Münster und aufgewachsen in Otterbach, ist Künstler und promovierter Physiker. Er studierte Physik, Mathematik und Philosophie in Frankfurt und Edinburgh, finanziert mit Jazz und Bierzeltmusik. Als Wissenschaftler war er mehrere Jahre für Agfa, Kodak und das ITER Kernfusionsprojekt der Europäischen Kommission in Italien tätig, 1995 wurde er mit dem ITEK Award der amerikanischen Gesellschaft für Imaging Science ausgezeichnet. Heieck ist Vater zweier erwachsener Kinder und lebt in Kaiserslautern. Dort lehrt er Physik und Photographie.

Mit seiner Arbeit verbindet Jörg Heieck auf einzigartige Weise künstlerische Reflexion, wissenschaftliche Präzision und gleichzeitig eine tiefe Verwurzelung in seiner Heimatregion. Seine Fotografien, die häufig von der Landschaft und Identität der Westpfalz inspiriert sind, tragen Kaiserslautern weit über die regionalen Grenzen hinaus. Er macht die Stadt sichtbar, ohne sie zu gewollt zu inszenieren, und verleiht ihr durch seine Arbeiten eine besondere Präsenz in der zeitgenössischen Fotografie. Als Mitbegründer und Kurator eines einmaligen, international ausgerichteten Fotofestivals sowie als aktives Mitglied der Kunstszene trägt er maßgeblich zur kulturellen Strahlkraft der Stadt bei. Seine internationale Vernetzung und sein kontinuierliches Engagement machen ihn zu einem wichtigen Botschafter Kaiserslauterns im In- und Ausland. Jörg Heieck ist damit ein echtes Aushängeschild für Kaiserslautern.

Seine internationale Anerkennung spiegelt sich in Ausstellungen und Projekten im In- und Ausland wider. Jörg Heieck repräsentiert Kaiserslautern auf eine Weise, die authentisch und zugleich künstlerisch anspruchsvoll ist. Als Künstler und promovierter Physiker verbindet er wissenschaftliche Tiefe mit künstlerischer Brillanz – eine seltene Kombination, die sein fotografisches Werk ebenso auszeichnet wie sein unermüdliches kulturelles Engagement in der Stadt und der Region. Heieck hat die Stadt Kaiserslautern und die Pfalz wie kaum ein anderer Fotokünstler in Bild und Buch festgehalten. Bereits 1993 erschien mit „Himmelreich - Bilder aus der Pfalz" sein erster Bildband über die Heimatregion. 2006 widmete das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern seiner Landschaftsfotografien eine Ausstellung, zu der der Katalog Lauterland" erschien. Es folgten weitere Bildbände, darunter 2010 „Kaiserslautern. Ansichten" sowie der Ausstellungskatalog „150 Jahre Pfaff – von Kaiserslautern in die Welt". Mit reduzierten Schwarzweiß-Fotografien stellte Heieck abseits bekannter Postkartenmotive Fragen zum Stadtbild Kaiserslauterns, zum architektonischen Selbstverständnis und der zukünftigen Entwicklung einer Stadt am Ende des Industriezeitalters. Aktuell entsteht ein weiterer Bildband zum 750-jährigen Stadtjubiläum 2026, der historische Stadtansichten aus den 1980er Jahren in einen fotografischen Dialog mit aktuellen Aufnahmen von Heieck setzt, gedacht als langfristiges Zeitdokument.

Heiecks Arbeiten wurden vielfach im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern ausgestellt, zuletzt 2016 daneben im Stadtmuseum (Theodor-Zink-Museum | Wadgasserhof) sowie in der Fruchthalle. Im Rahmen der „Lange Nacht der Kultur“ zeigte er in der Fruchthalle eine großformatige Projektion seiner „Blur"-Fotografien – einer Werkreihe, die Heisenbergs Unschärferelation und die Raumzeit als bildnerische Leitideen nutzt. Seine Ausstellungstätigkeit reicht weit über Kaiserslautern hinaus: Stationen umfassen unter Anderem die Kunsthalle Mannheim, das Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, die Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin sowie internationale Ausstellungsorte in Ägypten, Uruguay, Kroatien und dem Libanon. Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Seit mehreren Jahren betreibt und kuratiert Heieck den Brownian Motion Art Space in Kaiserslautern, in dem er internationale Fotokünstlerinnen und Fotokünstler ausstellt und sich in regionalen Kulturprojekten engagiert. Mit dieser selbst initiierten Galerie schafft er einen Ort des Austauschs, die internationale zeitgenössische Fotokunst in die Stadt bringt und Kaiserslautern auf der künstlerischen Landkarte sichtbar macht. Darüber hinaus hat er mehrere Gruppenausstellungen zur Fotografie in Kaiserslautern kuratiert und organisiert und trägt damit aktiv zur Vernetzung der lokalen und überregionalen Kunstszene bei.

Als Gründungsmitglied und Aktivist beim Kulturwerk Pfaff setzt Heieck sich für die nachhaltige kulturelle Entwicklung des ehemaligen Industrieareals ein.

Mit dem von Kulturreferatsleiter Christoph Dammann initiierten Preis sollen hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Produktion oder Präsentation der Bildenden Künste, der Darstellenden Künste/Theater und Tanz, der Literatur und Musik anerkannt werden, die entweder durch die Person des Preisträgers oder durch das Werk in einem Zusammenhang mit dem kulturellen Leben der Stadt Kaiserslautern stehen. Der Preis kann sowohl an natürliche Personen als auch an juristische Personen und Personengruppen oder Institutionen verliehen werden, die nicht regelmäßig mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Der Preis wird jährlich vergeben und ist mit 3.000 Euro dotiert, davon 1.500 Euro aus dem Kulturetat und 1.500 Euro von der Sparkassenstiftung - Kunst und Kultur. Jede Bürgerin/jeder Bürger der Stadt Kaiserslautern hat das Recht, mögliche Preisträgerinnen/Preisträger, die auszeichnungswürdige kulturelle Leistungen vollbracht haben, vorzuschlagen.

Bisherige Preisträger waren Sigrid Wack, Wolfgang Marschall, die Künstlerwerkgemeinschaft, der Verein für Baukultur und Stadtgestaltung, Michael Halberstadt und Erika Klos.



Autor/in: Pressestelle

Kaiserslautern, 01.06.2026