• 11 /
    21°C
    ,
    21. Sep. 2018
Lautrer Gewässer

Wasser in der Stadt

Der See im Volkspark ist Treffplatz für einige Enten. Im Hintergrund sieht man einen Fahrradfahrer, der die Enten betrachtet.
See im Volkspark © Stadt Kaiserslautern

Bäche und Seen zählen sowohl landschaftsästhetisch als auch ökologisch zu wertvollen Bereichen unserer Stadtlandschaft und stellen wichtige Erholungsbereiche dar. Die Gewässer sind Lebensraum, ökologische Nische für Pflanzen und Tiere sowie zugleich Erholungsraum für den Menschen.

 

Rund 70 km Bachläufe und insgesamt über 30 Hektar Wasserflächen liegen auf Kaiserslauterer Gemarkung. Hierbei stellen die heute noch vorhandenen Stillgewässer, wie zum Beispiel Vogelwoog und Blechhammerweiher, lediglich einen kleinen Rest der ehemals ausgedehnten Woog (= Weiher) –Landschaften im Stadtgebiet dar. Entstanden als Fischweiher - vermutlich zu Zeiten Barbarossas - wurden die zahlreichen Teiche im 14. Jahrhundert mit in das Wehrsystem rings um die Stadt einbezogen und dienten erst im 17. Jahrhundert wieder ihrem eigentlichem Zweck: der Fischwirtschaft.
 

Menschliche Einflüsse wie beispielsweise Abwassereinleitungen, die expansive Siedlungsentwicklung in den Auen oder die Intensivierung der Landwirtschaft führten in der Vergangenheit zu einer oft starken Belastung der Fließgewässer und zu einer monotonen Gewässerlandschaft. Durch massiven technischen Ausbau wurden zahlreiche Bäche als Abflusskanäle ertüchtigt oder wurden verrohrt, um Bauland zu gewinnen. Aufgabe der modernen Wasserwirtschaft ist es, wieder einen guten Gewässerzustand zu erreichen.

Die Oberfläche des Vogelwoogs ist leicht gekräuselt. Rund um das Ufer wachsen Bäume, Büsche und Wiese.
Vogelwoog © Stadt Kaiserslautern

 

Quellen

Fließendes Wasser kommt von einer Quelle über ein Rohr aus der Erde. Es plätschert auf den Waldboden, wo es sich sammelt.
Brunnen © Stadt Kaiserslautern

Natürliche Grundwasseraustritte bezeichnet man als Quellen, werden Sie gefasst , spricht man von Brunnen.

 

Quellen sind natürliche Grundwasseraustritte an der Erdoberfläche und damit der Ursprung von Bächen und Flüssen. Das Grundwasser tritt bevorzugt an Verwerfungen und am Talrand aus. Je nach Gesteinsart und Schichtenaufbau des Einzugsgebietes kann man mit mehr oder weniger starken Quellschüttungen rechnen, da Wasserdurchlässigkeit und Wasserspeicherfähigkeit der Böden und Gesteine sehr unterschiedlich sind. Für den Buntsandstein im Raum Kaiserslautern ist sie überwiegend hoch. Die bedeutendsten Grundwasserlieferanten im Raum Kaiserslautern sind die Karlstal Felszone und die Trifelsschichten des Hauptbuntsandsteins. Die Quellen im Buntsandstein sind deutlich durch die sauren Niederschläge beeinflusst. Die karbonatfreien Schichten des mittleren Buntsandsteins verfügen nur über eine geringe Pufferfunktion, so dass die Versauerung bereits das oberflächennahe Grundwasser erreicht. Dies spiegelt sich in den niedrigen pH-Werten vieler Kaiserslauterer Quellen wieder.
Quellen in der Stadt:

Die Altstadt Kaiserslauterns liegt in der sogenannten "Kaiserslauterer Senke", ursprünglich ein riesiges Feuchtgebiet. Lediglich im Bereich des Altenhofes und des heutigen Rathausplatzes erhoben sich geschützte Felseninseln. Gründe für die Versumpfung der "Kaiserslauterer Senke" waren neben dem völlig ungeregelten Lauf der oberen Lauter und ihrer Nebenbäche vor allem eine Vielzahl artesischer Quellen in diesem Bereich. Die Ursachen für diese Quellen sind die besonderen hydrogeologischen Eigenschaften des Buntsandsteins, der den Talgrund prägt. Der poröse Buntsandstein ist in der Lage, große Grundwassermengen zu speichern, die an vielen Stellen durch hohen seitlichen Druck nach oben gepresst werden. Die bedeutendsten artesischen Quellen im Stadtbereich, die auch heute noch z.T. existieren, waren beispielsweise die Lutzerquelle (im Bereich des heutigen Adolph-Kolping-Platzes), die Wiesenplatzquelle und die Fischerquelle. Diese sind allesamt gefasst, verrohrt und an den Lauter-Reinwasserkanal angeschlossen.
Über ein Rohr liefert der Spitzrainbrunnen wasser, welches in einem Stein gesammelt wird. Der Brunnen selbst besteht aus einem hoch aufgerichteten Stein auf dem in goldenen Lettern
Spitzrainbrunnen © Stadt Kaiserslautern
Das Wasser des Brunnens ist verborgen in dem leicht vermosten Stein. Darüber wurde ein weiterer Stein gestellt auf dem ein Ritter ein Ungeheuer bekämpft.
St. Georgsbrunnen © Stadt Kaiserslautern

Gefasste Quellen werden auch als "Brunnen" bezeichnet. Das an die Oberfläche tretende Wasser wird in einer Brunnenkammer gesammelt und über Rohre abgeleitet. Zum Teil ergießt sich das Quellwasser in künstlich hergestellte kleine Becken und Tröge oder es läuft frei ab und bildet den Anfang eines Baches. Die Mehrzahl der Kaiserslauterer Quellen sind gefasst.

 

Bäche im Stadtgebiet Kaiserslautern

Ein Fluß schlängelt sich an Wiesen, Sträuchern und Bäumen entlang.
Die Lauter © Stadt Kaiserslautern

Eine Übersicht über die Lautrer Fließgewässer

Neben der namensgebenden Lauter durchfließen noch zahlreiche weitere Bäche das Stadtgebiet Kaiserslauterns

 

Stillgewässer und Wooge

Ein Bootsanlegesteg am Gelterswoog.
Gelterswoog © Stadt Kaiserslautern

Wasser spielte in Kaiserslautern schon im frühen Mittelalter eine bedeutende Rolle. Ein ausgedehntes Woog-System diente der Fischwirtschaft und danach der Verteidigung der Stadt. Später wurden diese Weiher wieder beseitigt bis auf Reste wie den Vogelwoog und den Blechhammerweiher. Heute darf im Gelterswoog gebadet werden und die Siegelbacher Teiche sind zur fischereilichen Nutzung verpachtet.

 

Mit dem Anwachsen der Bevölkerung Kaiserslauterns im frühen Mittelalter wurden Sümpfe und Brüche der Kaiserslauterer Senke in Wooge umgewandelt, indem das Wasser aus den zahlreichen Quellen und ungeregelten Bachläufen mit Hilfe von Dämmen aufgestaut wurde. Die ersten Wooge wurden bereits 1283 erwähnt, dienten zunächst vor allem als Fischweiher und damit der Sicherung der Ernährung der Bevölkerung. Mit wachsenden Bevölkerungszahlen wurde auch eine Verteidigung der Stadt erforderlich, auch hierzu diente das Woog-System, das die Stadt an drei Seiten umschloss und gegen feindliche Überfälle sichern sollte. Später wurde das aufgestaute Wasser auch zum Antrieb von Mühlen eingesetzt. Die Anzahl der Wooge war beachtlich: 1620 gab es nachweislich 44 Wooge im Stadtgebiet von Kaiserslautern. Diese prägten das Stadtbild bis ins 18. Jahrhundert. Meist befanden sie sich - durch Aufstau eines Baches - im sog. Hauptschluss von Fließgewässern. Das überlaufende Wasser wurde über ein Auslaufbauwerk, den sogenannten Mönch, unterhalb des Stillgewässers dann wieder dem ehemaligen Bachbett zugeleitet. Anfang des 18. Jahrhunderts näherte sich die Woogwirtschaft ihrem Ende. Die Weiher wurden beseitigt (aufgelassen) und wichen Gärten und Wiesen. Einige wenige, die für die Gewerbetätigkeit bedeutend waren, wie etwa der Papiermühlweiher wurden zunächst erhalten. Mitte des 18. Jahrhunderts waren die meisten Wooge aus dem Stadt- und Landschaftsbild verschwunden.

Stillgewässer heute:

Die einzigen heute noch vorhandenen Relikte dieses mittelalterlichen Woog-Systems sind Vogelwoog- und Blechhammerweiher. Daneben besitzt Kaiserslautern weitere Stillgewässer mit unterschiedlichsten Funktionen.

 

Sie dienen beispielsweise der Erholung und Freizeitgestaltung (Badegewässer Gelterswoog), dem Naturschutz (Vogelwoog) oder sind bereichsweise zu sportfischereilichen Zwecken verpachtet (Siegelbacher Teiche, Blechhammerweiher).

 

Der Vogelwoog vom Uer aus. Ringsherum sstehen Bäume, Wiesen und Sträucher.
Vogelwoog © Stadt Kaiserslautern
Referat Umwelt

Standort
Referat Umweltschutz
Lauterstraße 2
Rathaus Nord (Eingang Lauterstraße)
67657 Kaiserslautern
  • 0631 365 - 1150
  • 0631 365 - 1159
  • E-Mail
  • Webseite
  • Öffnungszeiten
  • Mo - Do
    08:00 - 12:30 Uhr
    13:30 - 16:00 Uhr

    Fr
    08:00 - 13:00 Uhr

Referat Umwelt

Standort
Referat Umweltschutz
Lauterstraße 2
Rathaus Nord (Eingang Lauterstraße)
67657 Kaiserslautern
  • 0631 365 - 1150
  • 0631 365 - 1159
  • E-Mail
  • Webseite
  • Öffnungszeiten
  • Mo - Do
    08:00 - 12:30 Uhr
    13:30 - 16:00 Uhr

    Fr
    08:00 - 13:00 Uhr