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    20. Nov 2019
Kaiserslauterns Rathaus und Stifstkirche von oben
Gewalt gegen Frauen

Frauen haben auf dieser Erde trotz vieler Gleichberechtigungsgesetze, trotz Menschenrechtserklärung und UNO-Resolutionen immer noch nicht denselben Stellenwert wie Männer. Es wird ihnen nicht mit demselben Respekt entgegen getreten und ihre elementaren Rechte sind oft ungeschützt.


Einladung zum Internationalen Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen"

Grafik zum Internationalen Tag
© TERRE DES FEMMES

In diesem Jahr lautet das Motto des Antigewalttags: „Frauen in der modernen Gesellschaft zwischen Hass und Gleichberechtigung“.

Im Zuge der Digitalisierung hat „Hass“ eine neue, eine weitere Ebene bekommen: Die sogenannte „hatespeech“ erlauben es Autorinnen und Autoren weitgehend anonym zu bleiben und aus sicherer Distanz aggressive, abwertende Kommentare und Zuschreibungen zu tätigen, ohne sich einer direkten Diskussion stellen zu müssen. Oft sind solche Hasskommentare ohne einen persönlichen Bezug zum Opfer und ziehen eine ganze Welle, einen „shitstorm“ von Ähnlichem nach sich. Was das psychisch, aber auch physisch und sozial für die Opfer bedeutet, kann nur dem Bereich „Gewalt“ zugeordnet werden. Hassreden solcher Art richten sich oft gegen Frauen, sei es weil sie von gängigen Rollenmustern abweichen, sei es weil sie äußerlich nicht den Weiblichkeitsidealen entsprechen, weil sie in Haltung, Lebensführung oder Orientierung nicht den gewünschten Vorstellungen entsprechen oder ihre Meinung von der des Gegenübers abweicht, dies aber nicht inhaltlich, sondern mit der Herabsetzung der Frau insgesamt beantwortet wird.

Unsere Veranstaltung hat sich zum Ziel gesetzt, für dieses weit verbreitete, doch unter Genderaspekten zu wenig gesehene gesellschaftliche Phänomen zu sensibilisieren, mit den Strukturen und Mustern vertraut zu machen und Gegenstrategien und Gegenmaßnahmen aufzuzeigen. Damit leisten wir einen wichtigen Baustein in Sachen Prophylaxe:
Nicht nur sollen Frauen, die bereits zum Opfer geworden sind, zum einen aus Isolation, Schockstarre und verständlichem Rückzug herausgeholt, sondern ihnen soll eine Stimme gegeben werden. Zudem soll auch deutlich werden, wo die zu wehrenden Anfänge liegen, wie sie erkannt werden können und wie deutlich gemacht werden kann, dass „Hass gegen Frauen“ auch in dieser Form unzulässig, gesellschaftlich inakzeptabel und gegebenenfalls strafrechtlich zu verfolgen ist.

Das Land Rheinland-Pfalz fördert die Veranstaltung.

Alles Nähere entnehmen Sie bitte dem Programmheft.


Tanzen gegen Gewalt

Logo zur Aktion
www.onebillionrising.org

Am 14. Februar findet jährlich die Kampagne One Billion Rising (OBR) (englisch für Eine Milliarde erhebt sich) für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung statt.

Die weltweite Kampagne wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert.  

Sie ist eine der größten Kampagnen weltweit, um zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen mit tausenden von Events in bis zu 190 Ländern aufzurufen. Dies vor allem mit einem getanzten „Flashmob“. Auch in Kaiserslautern werden sich Frauen und Mädchen eigenverantwortlich zu einem solchen Flashmob zusammenfinden.

ONE BILLION RISING 2019 - Flashmob in Kaiserslautern


 

Gewalt gegen Frauen, in welcher Form auch immer, natürlich auch gegen jeden anderen Menschen, kann nicht akzeptiert werden.

Denn

  • Gewalt missachtet die Würde eines Menschen,
  • Gewalt verletzt den Körper und die Seele und
  • Gewalt zerstört Beziehungen.

Es gibt zwei Formen von Gewalt gegen Frauen:

  1. Die psychische Gewalt, wenn bspw. Frauen mit Worten fertig gemacht, benachteiligt oder angeschrieen werden.
  2. Und es gibt die physische Gewalt, wo Frauen um ihr Leib und Leben fürchten müssen. Davon legt die stets voll belegte Frauenzufluchtsstätte in der Stadt Kaiserslautern Zeugnis ab, in der jährlich viele Frauen Schutz vor gewalttätigen Männern suchen müssen.

Nachfolgende Gewalttaten, die Frauen überall auf der Erde erfahren müssen, rufen in der Öffentlichkeit, zumindest in Deutschland, stets zu Recht Empörung hervor, nämlich:

  • dass Frauen dem Frauenhandel ausgesetzt sind,
  • dass Frauen gegen ihren Willen zur Prostitution gezwungen werden,
  • dass Frauen zum sexuellen Objekt reduziert werden,
  • dass Frauen gegen ihren Willen zwangsverheiratet werden,
  • dass Frauen im Namen der Ehre ermordet werden und
  • dass Frauen und Mädchen alten Traditionen folgend beschnitten werden.

Anders ist es allerdings, wenn die Gewalt gegen Frauen vor unserer Haustür, die Gewalt in der Nachbarwohnung oder die Gewalt in der eigenen Familie passiert. Hier wird gerne schnell mal weggeschaut und oft diese Gewalt gegen Frauen zur Privatsache erklärt. Meist wird argumentiert, dass sich bei Gewalt im häuslichen Umfeld, so nennt man das im Fachjargon, am besten niemand einmischen sollte. Oder, was manchmal passiert, ist, dass wir Rechtfertigungen für die Gewalt gegen Frauen haben. Aber hier ist eindeutig festzuhalten:

Selbst dort, wo in der häuslichen Umgebung Frauen Männer „provozieren“, gibt es kein Recht der Männer ihren Frauen Gewalt anzutun. Dieses Recht ist nirgends verbrieft. Gewalt in jeder Form ist eine Straftat. Siehe das Gesetz zu Gewalt in engen sozialen Beziehungen und Stalking (GesB).

Der gefährlichste Ort für Frauen ist deshalb immer noch die häusliche Umgebung und die größte Gefahr geht von Familienangehörigen und Bekannten aus.

TERRE DES FEMMES, die weibliche Weltorganisation sagt hierzu:

„Im eigenen Heim leben Frauen am gefährlichsten. Weltweit ist das so, auch in Deutschland. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen: häufiger als Verkehrsunfälle und Krebs zusammen genommen. Für Frauen ist das Risiko, durch einen Beziehungspartner Gewalt zu erfahren, weitaus höher als von einem Fremden tätlich angegriffen zu werden. Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit sind dabei völlig bedeutungslos. In Deutschland ist oder war schon jede vierte Frau Opfer von Häuslicher Gewalt. Ihr eigenes Zuhause ist der gefährlichste Ort für eine Frau.“

Was kann die Gesellschaft, sprich jede und jeder Einzelne gegen Gewalt gegen Frauen konkret tun:

  • Es geht darum, das Problem der Gewalt an Frauen als ein ernst zu nehmendes Problem wahrzunehmen.
  • Es geht darum, deutlich zu machen, dass Frauen das Recht auf ein freies und selbst bestimmtes Leben haben, und das überall auf der Welt.
  • Und letztlich geht es darum deutlich zu machen, dass Gewalt kein legitimes Mittel zur Durchsetzung der Interessen von Männern ist.

Letztendlich ist es dann auch noch so, dass die Männergewalt gegen Frauen und Mädchen die Solidargemeinschaft, also Deutschland, jährlich mehrere Milliarden Euro Kosten verursacht. Kosten für Justiz, Polizei, ärztliche Behandlung und Arbeitsausfälle. In 80 - 90 Prozent der Fälle häuslicher Gewalt sind Frauen die Opfer und Männer die Täter. Jährlich fliehen rund 40 000 Frauen in Deutschland mit ihren Kindern in Frauenhäuser.

Dokumente
Standort
Gleichstellungsstelle
Willy-Brandt-Platz 1
67657 Kaiserslautern
  • 0631 365 - 2350
  • 0631 365 - 2339
  • E-Mail
  • Öffnungszeiten
  • Mo - Do
    08:00 - 12:30 Uhr
    13:30 - 16:00 Uhr

    Fr
    08:00 - 13:00 Uhr

Hilfetelefon-Hotline
Frauen, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind, können folgende kostenlose Hotline anrufen:

08000 116 016
Standort
Gleichstellungsstelle
Willy-Brandt-Platz 1
67657 Kaiserslautern
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  • 0631 365 - 2339
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Hilfetelefon-Hotline
Frauen, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind, können folgende kostenlose Hotline anrufen:

08000 116 016