Kaiserslautern auf Facebook
Auf der offiziellen Facebook-Seite der Stadt Kaiserslautern postet die Pressestelle relevante Verwaltungsthemen aber auch andere Informationen rund um Kaiserslautern und das Leben in der Stadt.
Die Kommunale Wärmeplanung hilft Kaiserslautern dabei herauszufinden, wie die Stadt künftig klimafreundlich heizen kann – Schritt für Schritt und gut geplant.
Die Wärmeplanung ist eine gesetzliche Aufgabe, damit Städte wie Kaiserslautern frühzeitig entscheiden können, welche erneuerbaren Wärmequellen genutzt werden sollen. Sie wird durch das Wärmeplanungsgesetz (WPG) des Bundes und durch das Ausführungsgesetz zum Wärmeplanungsgesetz (AGWPG) in Rheinland-Pfalz gesteuert und schafft die Grundlage für eine langfristige Umstellung der Wärmeversorgung.
Ziel der Kommunalen Wärmeplanung ist es statt Öl und Gas klimafreundlichere, erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung zu nutzen.
Die Bundespolitik gibt vor, dass die Wärmeversorgung bis 2045 ohne fossile Brennstoffe und somit treibhausgasneutral erfolgen soll. Das Land Rhein-land-Pfalz setzt sich entsprechende Ziele bereits bis zum Jahr 2040. Die Stadt Kaiserslautern unterstützt diese Bestrebungen und verfolgt im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung das Ziel, eine langfristig sichere, bezahlbare und klimaneutrale Wärmeversorgung zu gewährleisten. Dabei wird ein strategischer Plan entwickelt und im Fünfjahresrhythmus fortgeschrieben, um klare Wege dorthin festzulegen.
Am Ende entsteht einen Wärmeplan, als Bericht und als Karte. Darin ist zu sehen, welche Wärmeversorgung für welche Gebiete vorgesehen ist – plus Maßnahmenplan. Einzusehen unter https://www.kaiserslautern.de/sozial_leben_wohnen/umwelt/klimaschutz/kwp/
Die Kommunale Wärmeplanung führt zu einer Einteilung des beplanten Gebietes in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete sowie die Darstellung der Wärmeversorgunggarten für das Zieljahr und einer Umsetzungsstrategie, die einen konkreten Maßnahmenkatalog enthält. Außerdem enthält der fertige Wärmeplan konkrete Schritte, wie Kaiserslautern seine Wärmeversorgung umbauen kann. Bericht und Karten sind auf der Internetseite der Stadt (https://www.kaiserslautern.de/sozial_leben_wohnen/umwelt/klimaschutz/kwp/) veröffentlicht.
Grundsätzlich müssen größere Städte wie Kaiserslautern nach Bundesrecht spätestens bis 30. Juni 2026 eine Wärmeplanung vorlegen. In Kaiserslautern ist ein Projektabschluss im Mai 2026 vorgesehen.
Nach fünf Jahren ist der Umsetzungsfortschritt zu prüfen und die Wärmeplanung anzupassen.
Nach dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) müssen die Bundesländer sicherstellen, dass Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohner:innen bis spätestens 30. Juni 2026 und kleinere Kommunen bis spätestens 30. Juni 2028 eine Kommunale Wärmeplanung erstellen. Diese wird durch den Stadtrat beschlossen und anschließend veröffentlicht.
Der Wärmeplan ist kein einmaliges Projekt, sondern ein dynamischer Plan, der regelmäßig – in der Regel alle fünf Jahre – überprüft und an neue Entwicklungen angepasst wird. Die Veröffentlichung und der Beschluss sind nicht rechtlich bindend und enthalten keine Pflichten für Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer (z.B. bzgl. Gebäudeenergiegesetz (GEG)).
Die Stadt plant gemeinsam mit den Stadtwerken die Wärmeversorgung. Dafür arbeitet sie mit zwei externen Büros zusammen: B.A.U.M. Consult GmbH und Fichtner GmbH & Co. KG.
Gemäß § 2 Abs. 1 des Landesgesetzes über die Kommunale Wärmeplanung in Rheinland-Pfalz (KWPG) sind die Gemeinden als planungsverantwortliche Stellen für die kommunale Wärmeplanung zuständig. Der Stadtrat der Stadt Kaiserslautern hat die Erarbeitung der Wärmeplanung im November 2023 beschlossen. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung wurde der Planungsauftrag an das Bieterkonsortium B.A.U.M. Consult GmbH und Fichtner GmbH & Co. KG vergeben. In der Sitzung des Stadtrats vom 08.05.2026 wurde die Kommunale Wärmeplanung (Strategie 2026 – 2030) durch Beschlussfassung in Kraft gesetzt.
Die Kommunale Wärmeplanung hat 4 Hauptphasen:
Potentialanalyse:
Identifizierung erneuerbarer Energien in der Stadt & Abschätzung derer Nutzungmöglichkeiten
Zielszenario:
Festlegung der Entwicklungsrichtung: Welche Wärmeversorgung soll es in Zukunft geben? Dazu werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert.
Umsetzungsstrategie:
Hier geht es darum, wie das gewünschte Ergebnis erreicht werden soll. Es werden konkrete Projekte und Maßnahmen aufgeführt, die zum Ziel führen.
Das KKW (Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende) benennt insgesamt 6 Arbeitsschritte zur Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung:
1. Vorbereitungsphase:
In der Vorbereitungsphase werden die Grundlagen des Prozesse organisiert:
Ziel: ein klar strukturierter und arbeitsfähiger Planungsprozesse
2. EIgnungsprüfung (§ 14 WPG)
Die Eignungsprüfung bewertet, wo Wärmenetze grundsätzlich infrage kommen:
Ziel: Erste Orgientierung bevor die detaillierte Bestandsanalyse startet.
3, Bestandsanalyse (§ 15 WPG):
Die Bestandsaufnahme liefert die Grundlage der Wärmeplanung.
Typischerweise werden erhoben:
Die Daten stammen u.a. von Energieversorgern, Netzbetreibern & Schornsteinger:innen sowie Statistikämtern & werden datenschutzkonform verarbeitet.
4. Potentialanalyse (§ 16 WPG)
In der Potentialanalyse werden z.B. untersucht:
Abwärmequellen (Industrie, Rechenzentren, Kläranlagen)
Geothermie- und Umweltwärmepotentiale
Biomassepotentiale
Möglichkeiten für Gebäudesanierungen und Effizienzsteigerungen
Potenziale zur erneuerbaren Stromerzeugung
Ziel: Verstehen, welche erneuerbaren Quellen wo besonders gut genutzt werden können, um daraus später konkrete Versorgungsoptionen abzuleiten.
5. Zielszenario (§ 17 WPG):
Auf Basis vder vorangegangenen Analysen wir ein Zielszenario entwickelt:
Man kann sich das Zielszenario als Karte und Zahlenbild vorstellen: Welche Gebiete sollen in Zukunft wie versorgt werden & welche Schritte führen dahin?
6, Umsetzungsstrategie (§20 WPG)
Die Umsetzungsstrategie beinhaltet u.a.:
Mit der beschlossenen Wärmeplanung beginnt die Umsetzungsphase: Machbarkeitsstudien, konkrete Planungen für Wärmenetze, Förderanträge, Informationsangebite für Bürger:innen usw. Der Plan wird zudem regelmäßig evaluiert und fortgeschrieben.
Eine detaillierte Beschreibung findet sich z.B. hier: Prozess der Kommunalen Wärmeplanung im Überblick (Kompetenzzentrum Wärmewende) bzw. Prozessskizze Kommunale Wärmeplanung (KWW).
Bei der Wärmeplanung wird sich nicht auf eine bestimmte Technik festgelegt. Vielmehr geht es darum, die effizientesten Methoden und verschiedene erneuerbaren Wärmequellen zu prüfen.
Die Wärmeplanung ist technologieoffen, berücksichtigt aber vor allem:
Energieeffizienz (Gebäudesanierung, Dämmung, Fenster, Heizungsoptimierung)
Wärmenetz (Fern- und Nahwärme)
Wärmepumpen (z.B. Luft-, Erd- oder Wasserwärme)
Abwärme aus Industrie, Gewerbe oder Abwasser
Solarthermie, Biomasse, ggf. grüne Gase oder Wasserstoff
Welche Lösung im Einzelfall am besten ist, hängt von der Gebäudesituation, der Wärmedichte und den lokalen Potenzialen ab.
Die Planung der Wärmeversorgung in Kommunen ist nicht einfach weil viele Informationen gesammelt werden müssen und jede Lösung zur Stadt passen muss - technisch und finanziell. Das braucht Zeit und gute Zusammenarbeit.
Die für Kaiserslautern relevanten Faktoren sind: Die Stadt ist ein wichtiges regionales Zentrum im westpfälzischen Raum und verfügt über ein bestehendes Fernwärmenetz, das von den Stadtwerken Kaiserslautern (SWK) betrieben wird. Die SWK streben an ihre Energieversorgung bis 2040 zunehmend aus erneuerbaren Quellen zu decken. Im Rahmen des Projekts „Pfälzer Wärme“ wird der geothermische Untergrund in und um Kaiserslautern erkundet.
Die Kommunale Wärmeplanung ist anspruchsvoll. Es müssen viele Daten zu Gebäuden, Wärmeerzeugern und Energiequellen gesammelt und ausgewertet werden. Außerdem müssen technische Möglichkeiten, Kosten und örtliche Bedingungen gut aufeinander abgestimmt werden. Damit ein guter Plan entsteht, braucht es Zeit, Fachwissen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Der Bericht zur Kommunalen Wärmeplanung der Stadt Kaiserslautern ist auf der städtischen Homepage verfügbar.
Am 8. Juni 2026 ist eine Veranstaltung der Stadtverwaltung Kaiserslautern vorgesehen, bei der die Ergebnisse der Wärmeplanung präsentiert werden. Weiter informationen finden Sie hier.
Die Kommunale Wärmeplanung legt keine Regeln für die Wärmeversorgung Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses fest. Ziel der Wärmeplanung ist es herausfinden, welche erneuerbare Energiequelle in Zukunft an welchem Ort am besten geeignet ist. Sie wissen welche Wärmeversorgungsoptionen für Ihr Gebäude zur Verfügung stehen und können eine passende wählen.
Mit einem beschlossenen Wärmeplan wissen die Bürger:innen von Kaiserslautern bspw.:
ob für ihr Gebiet zukünftig ein Wärmenetz vorgesehen ist oder eine individuelle, dezentrale Lösung (z.B. Wärmepumpe)
welche erneuerbaren Energien vor Ort besonders genutzt werden können
welche Maßnahmen in welchen Quartieren angegangen werden
Nein. Die Kommunale Wärmeplanung allein zwingt niemanden zum sofortigen Heizungstausch. Neue Heizungen müssen aber nach GEG schrittweise einen hohen Anteil erneuerbarer Energien erfüllen. Die Kommunale Wärmeplanung verschafft Klarheit und Orientierung, ob eine zentrale Versorgungslösung über ein Wärmenetz möglich ist oder eine Einzelversorgungslösung wahrscheinlich erscheint.
Der Wärmeplan ist eine Strategie, die Orientierung gibt - verbindliche Pflichten (z.B. Heizungstausch) ergeben sich aus anderen Gesetzen, insbesondere dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Die Veröffentlichung des Endberichts der Kommunalen Wärmeplanung hat keine Auswikrungen auf die Fristen für die Umsetzung GEG-Regelung. Sie müssen ihre Heizung durch die Veröffentlichung nicht austauschen.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) befindet sich derzeit in Überarbeitung, über Neuerungen werden wir zu gegebener Zeit informieren.
Die kommunale Wärmeplanung zeigt, wie das Fernwärmenetz in Kaiserslautern weiter ausgebaut und klimafreundlich gestaltet werden soll. Dabei prüfen die Stadtwerke, ob Tiefengeothermie künftig eine wichtige Wärmequelle für das Fernwärmenetz werden kann.
Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wurde das bestehende Fernwärmenetz in Kaiserslautern umfassend betrachtet und die aktuellen Ausbaupläne der Stadtwerke berücksichtigt. Ziel ist es, das Fernwärmenetz langfristig treibhausgasneutral zu betreiben. Vor diesem Hintergrund prüfen die Stadtwerke derzeit u.a. das Potenzial der Tiefengeothermie als erneuerbare Wärmequelle. Dazu werden aktuell seismische Messungen durchgeführt, um die geologischen Voraussetzungen zu untersuchen. In der möglichen Nutzung der Tiefengeothermie liegt eine große Chance, das Fernwärmenetz der Stadt Kaiserslautern nachhaltig und klimafreundlich weiterzuentwickeln.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an folgende E-Mail-Adresse: umweltschutz@kaiserslautern.de
Das Thema Kommunale Wärmeplanung ist beim Referat Umweltschutz der Stadtverwaltung angesiedelt.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an folgende E-Mail-Adresse: umweltschutz@kaiserslautern.de