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Unterirdisches Regenrückhaltebecken wird in Kürze in Betrieb gehen
Menschen, die mit der Konstruktion von unterirdischen Kanalbauten befasst sind, haben eigentlich einen undankbaren Job. Sie errichten teilweise die spektakulärsten Bauwerke, deren Hauptmerkmal es aber ist, von allen Augen verborgen im Untergrund ihren Dienst zu tun. So ist es auch auf dem Pfaff-Areal, wo in wenigen Wochen ein unterirdisches Regenrückhaltebecken mit dem Volumen von neun Einfamilienbungalows in Betrieb gehen wird. Vor der Inbetriebnahme bestand nun aber die Gelegenheit, das beeindruckende, 32 mal 42 Meter große Bauwerk zu besichtigen.
Vor dem gesicherten Abstieg in den Untergrund erläuterten Jörg Zimmermann und Anne Theobald von der Stadtentwässerung Kaiserslautern (STE), welchen Zweck das Becken erfüllt, der viel mit den Besonderheiten des Pfaff-Areals zu tun hat. Aufgrund der nach wie vor unvermeidbaren Restbelastung des Bodens, die aus den Zeiten der Nähmaschinenfabrik herrührt, darf kein Wasser versickern. „Heutzutage ein reines Regenrückhaltebecken an einer solchen innerstädtischen Stelle zu errichten, ist eigentlich ungewöhnlich“, so STE-Vorstand Zimmermann. „Wir haben hier auf dem Pfaff-Areal jedoch kein Fließgewässer in der Nähe und müssen strenge Auflagen der Genehmigungsbehörde in Sachen Versiegelung und Versickerung erfüllen.“ So müssen insgesamt 80 Prozent der Oberfläche des neuen Stadtviertels versiegelt sein, was entsprechend viel Abfluss in die Kanalisation produziert. Daher wird zur Anpassung an die Klimaveränderung versucht, möglichst viel Wasser schon an der Oberfläche zwischenzuspeichern und verdunsten zu lassen oder anderweitig zu nutzen. Dies geschieht etwa durch Dachbegrünungen auf den Gebäuden oder durch zwei Zisternen an den öffentlichen Plätzen mit einer Kapazität von je 20 m³, wo Wasser für die Bewässerung der Grünanlagen gespeichert wird. Da kein Wasser auf Freiflächen gezielt versickert werden darf, wird aber dennoch der größte Teil der Niederschläge in die nachfolgende Kanalisation unter der Königstraße geleitet.
Diesem Kanal ist das neue Regenrückhaltebecken vorgeschaltet, das am tiefsten Punkt des Pfaff-Geländes liegt, so dass hier alle Wassermassen des Quartiers zusammenfließen. „Es ist so konstruiert, dass normale Niederschlagsmengen durch eine offene Rinne, die sich unter der Decke des Beckens befindet, einfach hindurchlaufen können“, so Projektleiterin Anne Theobald nach dem fünf Meter tiefen Abstieg in den Untergrund auf dem Boden des Beckens. „Erst ab einer bestimmten Wassermenge läuft die Rinne über und das Wasser somit in das eigentliche Becken, das 3.500 m³ Wasser fassen kann.“ Eine sogenannte Drossel regelt den Abfluss aus dem Becken in die Kanalisation. Sie gleicht vollautomatisch den Pegelstand des Kanals in der Königstraße mit dem Becken ab und leitet Wasser nur dann ab, wenn der Kanal dieses fassen kann.
„Im Falle einer Überlastung der Kanalisation reduziert das Regenrückhaltebecken damit auch die Überflutungsgefahr in der Innenstadt“, erklärt Jörg Zimmermann. Das Becken soll in wenigen Wochen seinen Betrieb aufnehmen, so dass es schon bei potenziellen Starkregen-Events im aktuellen Hitzesommer seinen Dienst tun würde. Rund anderthalb Jahre hat der Bau des 5 Millionen Euro teuren Regenrückhaltebeckens gedauert. Was mittelfristig noch ansteht, ist die Auffüllung des Geländes über dem Becken mit Mutterboden und das Anlegen einer Grünfläche. Künftig soll der Platz über dem Becken als Park mit Spiel- und Sportanlagen der Aufenthaltsqualität im Pfaff-Areal zu Gute kommen. Das riesige Becken mit der Anmutung einer Tiefgarage wird dann vollständig verborgen sein. Lediglich die Entlüftungsschlote und die Zugangsschächte deuten dann noch auf den unterirdischen Wasserspeicher hin.
Autor/in: Pressestelle
Kaiserslautern, 23.06.2026