Gedenken an deportierte Juden aus Kaiserslautern

Kranzniederlegung durch den Beigeordneten Färber am Synagogenplatz

Kaiserslautern, 22.10.2010

"Heute vor 70 Jahren, am 22. Oktober 1940, wurden 49 Juden aus Kaiserslautern nach Gurs in Südfrankreich deportiert. Ihrer und aller, die der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind, wollen wir heute Gedenken", so Joachim Färber, Beigeordneter der Stadt Kaiserslautern. Gemeinsam mit Jürgen Hoffmann-Biundo, Referat Soziales, legte Färber einen Kranz im Namen der Stadt Kaiserslautern am Synagogenplatz nieder. "Es ist wichtig, sich zu erinnern, sich aktiv mit der Geschichte auseinander zu setzen und eine Erinnerungskultur aufrecht zu erhalten", sagte Färber. Darüber hinaus müsse man auch heute dem Rechtsextremismus aufmerksam begegnen und solchen Bewegungen entgegenwirken, unterstrich der Beigeordnete.

Über 6.500 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland wurden am 22. Oktober 1940 auf Anweisung des badischen Gauleiters Robert Wagner und des pfälzischen Gauleiters Josef Bürckel in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich gebracht. Einige Menschen starben bereits nach wenigen Tagen und Wochen. Andere wurden in Gurs, Auschwitz oder anderen Vernichtungslagern grausam ermordet. In Kaiserslautern waren 49 Menschen für die Abschiebung vorgesehen. Nachweislich wurden 45 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger verschleppt: 22 Frauen im Alter zwischen 28 und 79 Jahren, 15 Männer im Alter zwischen 37 und 85 Jahren und acht Kinder zwischen einem Jahr und elf Jahren. Nur 18 von ihnen erlebten das Jahr 1945, in dem das Konzentrationslager Auschwitz durch die sowjetischen Truppen befreit wurde. Seit 1996 erinnert der Nationale Gedenktag am 27. Januar an dieses Ereignis.

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 von links: Jürgen Hoffmann-Biundo, Referat Soziales, und Beigeordneter Joachim Färber legen einen Kranz zum Gedenken an die 1940 deportierten Juden aus Kaiserslautern am Synagogenplatz nieder. © Stadt Kaiserslautern


von links: Jürgen Hoffmann-Biundo, Referat Soziales, und Beigeordneter Joachim Färber legen einen Kranz zum Gedenken an die 1940 deportierten Juden aus Kaiserslautern am Synagogenplatz nieder. © Stadt Kaiserslautern



Autor/in: Pressestelle
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