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Rathaus und Rathausvorplatz von oben
"Sohn dieser Stadt" - Goldene Stadtplakette für Dr. Hans Jung

Oberbürgermeister Dr. Weichel würdigt politisches und soziales Engagement des Alt-OB"s

Kaiserslautern, 16.03.2010

"Du hast mit Deinem menschlichen, Deinem politischen und Deinem sozialen Engagement viel in Bewegung gesetzt, was in Kaiserslautern noch lange nachwirkt", würdigte Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel die Arbeit des Alt-OB Dr. Hans Jung. "Deine Lebensleistung findet heute in der Verleihung der Goldenen Stadtplakette eine angemessene Würdigung", so Weichel weiter. "Du warst und bist immer Sohn dieser Stadt." Dr. Hans Jung wurde am 15. März 2010 auf den Tag zu seinem 80. Geburtstag mit der höchsten Auszeichnung der Stadt Kaiserslautern bedacht, die neben ihm nur noch sechs weitere Träger hat.

Als jüngster Oberbürgermeister im höchsten Rathaus der Bundesrepublik leitete Dr. Jung von 1967 bis 1979 die Geschicke der Stadt. Bereits im Jahr 1962 war er mit gerade mal 32 Jahren als hauptamtlicher Beigeordneter in den städtischen Dienst eingetreten. "Damit konntest Du zwar auf nur wenig Erfahrungen im politischen Bereich zurückblicken, hast aber in Deiner Liebe zur Barbarossastadt keinem anderen Stadtratsmitglied oder Stadtvorstandsmitglied nachgestanden", so Weichel in seiner Laudatio. Drei Zielpunkte für Kaiserslautern habe Jung an den Anfang seiner Dienstzeit als Oberbürgermeister gestellt, die auch gleichzeitig Wünsche der Kaiserslauterer Bürgerinnen und Bürger waren. Das war zum einen "Großstadt zu werden", zum anderen "das wirtschaftliche Eigengewicht zu stärken" und "Universitätsstadt zu werden". Weichel informierte, dass durch die Eingemeindung von sieben Stadtteilen Kaiserslautern 1970 erstmals Großstadtmarke erreichte. Er lobte die Überzeugungsarbeit und die Verhandlungen, die Jung damals führte und berichtete, dass man auch heute wieder hart daran arbeite, den Großstadtstatus zu erhalten. Wachstum und Zukunftsbejahung zeigten sich aber nicht nur in den Einwohnerzahlen. "Neue Baugebiete, wie der Betzenberg II, der Fischerrück und die Erschließung neuer Gewerbegebiete zeigen, dass man in Kaiserslautern auf die Zukunft baute", so Weichel. Besonders die Ansiedlung der Adam Opel AG, aber auch Lutravil, Siemens uns später Keiper Recaro hätten dazu geführt, dass in der Amtszeit Dr. Jungs mehr als 5.000 Arbeitsplätze neu geschaffen wurden und sich die Gewerbesteuereinnahmen verdoppelten. Auch die Belebung der Innenstadt sowie die Altstadtsanierung haben ganz oben auf der Agenda Jungs gestanden. "Mit schöpferischem Weitblick hast Du Stadtbaugeschichte geschrieben", freute sich der Oberbürgermeister.

Der Höhepunkt in Jungs OB-Karriere sei allerdings in der Gründung der Technischen Universität zu sehen, hob Weichel hervor. Am 13. Juni 1970 verabschiedete der Landtag das "Gesetz über die Errichtung der Universität Trier-Kaiserslautern", für das Wintersemester waren 650 Studenten eingeschrieben, der Studienbetrieb begann am 15. Oktober 1970. "Die Gründung einer Hochschule ist nicht nur ein Vorgang der Hochschul- und Wissenschaftspolitik - die Universität war für die Stadt Kaiserslautern ein neues Strukturelement", erklärte Weichel. Sie beeinflusste vom Tag ihrer Gründung an die kulturellen, räumlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Stadt nachhaltig und tue dies bis heute. "Du legtest damit den Grundstein für die aktuell expandierende Forschungs- und Wissenschaftslandschaft dieser Stadt", dankte Weichel dem Alt-OB.

Vor allem das ehrenamtliche Engagement Jungs fand den Respekt Weichels. Neben den Hauptaufgaben erfüllte Jung mehr als 30 ehrenamtliche Positionen. Beispielhaft dafür sei sein Engagement im Deutschen Roten Kreuz. "23 Jahre standest Du dem Verband vor, warst nach der Übergabe an den damaligen OB Deubig weiterhin als zweiter Vorsitzender tätig", informierte Weichel. Er ging außerdem auf die Wirkung und Arbeit Jungs nach Innen ein, auf dessen Themen und Ideen zur Verwaltungsmodernisierung. "Aus einer sehr amtsorientierten Mittelstandsverwaltung hast Du unter dem Motto "Mehr Freundlichkeit, weniger Amt" eine moderne Leistungsverwaltung für eine Großstadt geschaffen", so Weichel. Er zitierte Jung mit den folgenden Worten: "Es gibt in unserem hohen Rathaus zwar einige schnell fahrende Lifte zu den Arbeitsplätzen, aber keinen Lift zum Erfolg; dafür muss noch immer die Treppe benutzt werden", und bestätigte ihm, ein großartiges Lebenswerk geschaffen zu haben. "Du hast der Stadt viel gegeben und bist bis heute immer noch vielfältig engagiert", so Weichel. Die Verleihung der goldenen Stadtplakette sei eine angemessene Würdigung.

Jung selbst bedankte sich für die Auszeichnung, die eine sehr große Ehre für ihn sei. Er dankte Weichel für die lobenden Worte. "In aller Bescheidenheit möchte ich dem zustimmen", so der Alt-OB scherzhaft, der als großer Rhetoriker bekannt ist. Eine großartige Zeit sei dies damals gewesen, die er habe miterleben dürfen. "Wir haben die Chance genutzt", erklärte Jung. Er verwies auch darauf, dass trotz hoher Investitionen nie ein Haushaltsdefizit entstanden sei. "Es war nicht nur eine schöne, sondern auch sehr erfolgreiche Zeit", freute sich Jung. Er betonte aber auch, dass das Erreichte nicht nur der Verdienst des damaligen Oberbürgermeisters, sondern aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den Bürgerinnen und Bürger gewesen sei. "Die Mannschaftsleistung ist immer entscheidend", so Jung.

Zu der Feierstunde im Casimirsaal waren neben persönlichen Gästen Jungs auch die ehemaligen Oberbürgermeister Gerhard Piontek und Bernhard Deubig geladen. Auch zahlreiche Stadtratsmitglieder, ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Weggefährten Jungs waren unter den Gratulanten.

Dr. Hans Jung (auf Bild 1 links) und Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel bei der Verleihung © view - die agentur

Bild: Dr. Hans Jung (auf Bild 1 links) und Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel bei der Verleihung © view - die agentur



Autor/in: Pressestelle
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