LNDK 2013: Markus Walenzyk – Video-Arbeiten

Ausstellung zur Langen Nacht der Kultur in der Fruchthalle
Programmpunkte Nr. 69 und 70 im Programmheft der „Langen Nacht der Kultur“:

Sa, 08.06.2013, ab 18:00 Uhr in Raum 1 im Erdgeschoss der Fruchthalle:
 
Markus Walenzyk – Video-Arbeiten
Ausstellung des Referats Kultur der Stadt Kaiserslautern in Kooperation mit der Kunsthochschule Mainz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Erdgeschoss der Fruchthalle Kaiserslautern während der Langen Nacht der Kultur.
 
Sa, 08.06.2013, 20:00 Uhr Künstlergespräch: Die Kunsthistoriker Dr. Justus Jonas und Dr. Andrea Edel sprechen mit Markus Walenzyk über seine neuen Arbeiten (Eintritt frei)
 
Markus Walenzyk: *1976 in Wiesbaden; 2003-2008 Studium an der Fachhochschule Mainz, Fachbereich Medien-Design; seit 2009 Studium an der Kunsthochschule Mainz an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz bei Prof. Dieter Kiessling in der Klasse für Medienkunst. 2013 wurde Markus Walenzyk in die Auswahl der 56 Kunststudenten und Kunststudentinnen aufgenommen, die von den 24 Kunsthochschulen und Akademien der Bundesrepublik Deutschland zur Teilnahme am Bundeswettbewerb ´Atlas 2013´ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung nominiert werden. Bis zum 2.6.2013 sind aktuelle Arbeiten Walenzyks in der Ausstellung ´Atlas 2013´ in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn zu sehen. www.markuswalenzyk.com.
 
 
In einer Reihe aktueller Videoarbeiten thematisiert Markus Walenzyk die Wirkung der Präsenz seiner eigenen Person im öffentlichen Raum. Er erfindet, inszeniert und zeigt spezifisch zugespitzte Verhaltensweisen, die ihn selbst in Extremsituationen bringen. Eine Arbeit zeigt den Künstler, wie er immer wieder gegen die Scheibe diveser City-Light-Plakatvitrinen springt, die in jeder Großstadt an U-Bahn-Haltestellen stehen, als wolle er direkt eintreten in diese künstliche Werbewelt hinter den Glasscheiben. Doch immer wieder klatscht sein Leib wie zwanghaft gegen die Scheiben – eine starke Metapher für die Aufdringlichkeit mancher Werbung, wie sie den Großstadtbewohnern täglich entgegengebracht wird, ohne dass man sich dagegen wehren könnte. In seiner Verkehrung des Prinzips ´Werbeanschlag´ spitzt Walenzyk diese offensive Eigenschaft der auf Intervention, Unausweichlichkeit und Durchsetzungskraft hin angelegten Strategie mancher gezielten Werbung zu und stellt damit auch ihre zerstörerische Qualität zur Diskussion.
In einer weiteren Videoarbeit setzt der Künstler sein eigenes Antlitz ein, taucht es immer wieder in flüssiges Wachs und lagert so Schicht auf Schicht die Anhaftung einer Wachsmaske an, die ihm das Atmen erschwert und sein Äußeres verändert. Nach und nach entsteht in der Videographie dieses Vorgangs ein neues Porträt-Bild des Mannes, das sowohl an eine Totenmaske als auch an ein zeitloses marmornes Abbild der klassischen antiken Figur eines Jünglings erinnert. Walenzyks Videos sind auch Aufzeichnungen von Performances oder Kombinationen von Performance mit Videokunst. Sie evozieren eine eigene Symbolik, hier für die Vergänglichkeit und Transformation des eigenen Bilds vom Selbst im Verlauf des Lebens durch Anpassung und Alterung vom ursprünglichen jungen Gesichts bis hin zu einer leblosen, verfestigten Maske der Erinnerung. Walenzyks Arbeiten stellen in ihrer Radikalität besondere Hausforderungen an ihre Betrachter. Sie provozieren die Infragestellung existentieller Aspekte des Selbstverständnisses menschlicher Existenz. (Andrea Edel)
 
 







Autor/in: Pressestelle
Kaiserslautern, 04.06.2013

 
 

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