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Hecht oder Karpfen? Geschichten und Geschichte zum Kaiserslauterer Stadtwappen

Als vor rund 7000 Jahren die ersten Siedlungen auf dem Rittersberg entstanden, war von einem Stadtwappen noch lange nicht die Rede. Die klaren, reinen Gewässer, die im althochdeutschen Wort „Hlutraha“ gemeint sind und der Siedlung den Namen gaben, standen jedoch schon damals für Fischreichtum. Und so ist es wohl kein Zufall, dass ein Fisch heute das Kaiserslauterer Wappen ziert. Ein Karpfen. Oder sollte es ein Hecht sein? Die Legende ist da nicht ganz eindeutig…
Stadtwappen © Stadt Kaiserslautern
Bild: Stadtwappen
„Neunzehn Werkschuhe“ – also etwa 6 Meter – lang und 350 Pfund schwer soll der Hecht gewesen sein, der 1497 im Lauterer Kaiserwoog gefangen worden ist. Und als ob das noch nicht staunenswert genug wäre, heißt es, der Fisch habe um den Hals einen Ring getragen mit der Inschrift: „Ich bin unter allen Fischen der erste, welcher durch die Hände Kaiser Friedrich II. in diesen Woog gesetzt worden den 5. Oktober 1230.“ Friedrich II., das war der Enkel Barbarossas. Hat der eigenhändig Fische in Teiche gesetzt? Werden Hechte – oder Karpfen – so alt, so groß und so schwer? Fragen über Fragen… Der Kaiserslauterer Fisch gelangte jedoch ins Siegel der Stadt, und das schon gleich nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Den Schauplatz der Legende kann man sich in Kaiserslautern übrigens nicht mehr anschauen: Als man im 18. Jahrhundert begann, hier die Teiche trockenzulegen, musste auch der Kaiserwoog dran glauben. Nur die am Stadtrand gelegenen Vogelwoog, Gelterswoog und Blechhammer blieben bestehen und wurden zu beliebten Naherholungsgebieten. Ob darin auch ein Riesenfisch lebt?

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