Ehrenbürger von Kaiserslautern: Eugen Hertel

Eugen Hertel im Jahr 1950
© Stadtarchiv Kaiserslautern

Geboren und aufgewachsen im Arbeiterviertel „Auf dem Kotten“, verband Eugen Hertel (1893–1973) sein Leben stets eng mit seiner Heimatstadt. Von früher Jugend an engagierte er sich für die sozial Schwachen und widmete sich der Politik mit Herz und Verstand.

1913 trat er der SPD bei, 1924 zog er in den Stadtrat ein und setzte sich über Jahrzehnte unermüdlich für die Bürgerinnen und Bürger Kaiserslauterns ein – besonders in den Bereichen Sozialpolitik, Wohnungsbau und Bildung. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Männern der ersten Stunde, die die Not in der Stadt linderten und ihren Wiederaufbau vorantrieben. Seine Integrität, Selbstlosigkeit und sein Pflichtbewusstsein machten ihn zu einem hochgeschätzten Politiker weit über die Parteigrenze hinaus.

Hertel wurde für seinen Einsatz mehrfach ausgezeichnet. 1954 erhielt er als erster Bürger der Stadt Kaiserslautern das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Weitere Ehrungen waren die Freiherr-vom-Stein-Plakette, die Barbarossaplakette und die Christian-Eberle-Medaille in Gold. Höhepunkt war dann die Verleihung der Ehrenbürgerrechte 1964 der Stadt Kaiserslautern – als Anerkennung für seine vierzigjährige kommunalpolitische Tätigkeit, seine Verdienste beim Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg und seinen unermüdlichen Einsatz für die Menschen in Kaiserslautern.

Eugen Hertel gilt bis heute als Vorbild für demokratisches Engagement, sozialen Einsatz und Verantwortung für die Gemeinschaft – ein Ehrenbürger, der seine Stadt mit ganzer Kraft geprägt hat. Deshalb wurde ihm auch die Eugen-Hertel-Straße im nordöstlichen Teil der Stadt Kaiserslautern gewidmet. Er verstarb am 5. August 1973.