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    23. Mai. 2018
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Reittherapie

Weißes Pferd beim Grasen
© Katharina Lorenz

Therapeutisches Reiten

Das therapeutische Reiten setzt sich aus drei verschiedenen Therapieformen zusammen:

  • die Hippotherapie
  • die heilpädagogische Förderung mit dem Pferd
  • die ergotherapeutische Behandlung mit dem Pferd

Diese Therapieformen ermöglichen Menschen mit einem Handicap das Reiten und den Umgang mit Pferden.

Pferde sind sehr feinfühlige Tiere, sie bewerten nicht, ob der Reiter ein Handicap hat oder nicht. Für sie ist ausschließlich der Umgang des Menschen zu ihnen entscheidend.

 Das therapeutische Reiten fördert

  • die Motorik
  • das Gleichgewicht
  • die Beweglichkeit
  • löst Blockaden
  • kräftigt die Muskulatur und den Kreislauf

Die Pferde können beim Reiten die Beine, die Augen oder die Kraft eines Menschen ersetzen.

Die Therapie bezieht sich nicht alleine auf das Reiten. Vielmehr wird ein Verhältnis zu den Pferden aufgebaut, hierzu gehört z.B. das Füttern, das Striegeln, die Streicheleinheiten, etc...

Die Hippotherapie

Diese Form des therapeutischen Reitens wird von Physiotherapeuten bzw. Physiotherapeutinnen mit einer speziellen Zusatzausbildung durchgeführt. Ausgebildete Pferdeführer bzw. Pferdeführerinnen unterstützen sie dabei. Sie führen das Pferd, während sich der Therapeut ganz auf den Patienten konzentriert.
 
Die Hippotherapie wird vor allem bei Schädigungen oder Funktionsstörungen des zentralen Nervensystems und des Stütz- und Bewegungsapparates angewendet. Empfohlen wird sie auch bei neurologischen Krankheiten, wie z. B. Multiple Sklerose, Spastik, Schlaganfall, Chromosomenanomalien und Beckenbodeninsuffiziens.
 
Der Muskeltonus, Gleichgewichts-, Stütz- und Haltungsreaktionen werden durch die Hippotherapie trainiert.
 
Die Therapie findet meist als Einzeltherapie statt.

 

Weißes Pferd steht auf einer Wiese, junges Mädchen sitzt auf dem Pferd und schmiegt sich an.
© Katharina Lorenz

Die heilpädagogische Förderung mit dem Pferd

Diese Form des therapeutischen Reitens wird von pädagogischen oder psychologischen bzw. psychotherapeutischen Fachkräften durchgeführt. Diese haben in der Regel eine Weiterbildung zum Reitpädagogen.
 
Empfohlen wird diese Therapie u. a. zur
  • pädagogischen
  • psychologischen
  • rehabilitativen
Förderung.
 
Wie bereits bei der ergotherapeutischen Behandlung, ist das Ziel der heilpädagogischen Förderung:
  • die Stärkung des Selbstwertgefühls
  • die Verbesserung der Motorik
  • der Wahrnehmung
  • die Stärkung des Sozialverhaltens
  • sowie der Konzentrations- und Lernfähigkeit

Junges Mädchen sitzt im Heu, weißes Pferd beugt den Kopf herunter und wird von dem Mädchen gestreichelt.
© Katharina Lorenz

Die heilpädagogische Förderung mit dem Pferd wird sowohl als Einzel- oder Gruppentherapie angeboten. Die Förderung des Einzelnen steht auch bei der Gruppentherapie im Vordergrund.

Die ergotherapeutische Behandlung mit dem Pferd

Diese Form des therapeutischen Reitens wird von Ergotherapeuten bzw. Ergotherapeutinnen durchgeführt. Diese verfügen über die Zusatzqualifikation der ergotherapeutischen Behandlung mit dem Pferd. Ein Assistent bzw. eine Assistentin kann dem Ergotherapeuten je nach Zielgruppe zur Seite gestellt werden.
 
Diese Behandlung ist Bestandteil vieler Behandlungskonzepte. Hauptbestandteile der Konzepte sind:
  • die Steigerung und Festigung des Selbstwertgefühls
  • Förderung der Wahrnehmung in allen Sinnesbereichen
  • Verbesserung der Grob- und Feinmotorik
  • Erwerb sozialer Kompetenz und Verbesserung der Kontaktfähigkeit
Die Therapie findet meist in Einzeltherapie statt. Bei Kindern jedoch häufig in Kleingruppen, um die sozialen Kompetenzen zu fördern

 

Junges Mädchen liegt auf der Wiese, Pferd beugt sich herunter zu ihr.
© Katharina Lorenz

Kostenübernahme

Grundsätzlich ist das therapeutische Reiten eine freiwillige Leistung der Kostenträger.
 
Mögliche Kostenträger können sein:
  • Krankenkassen - Heilmethode
  • Sozialamt - im Rahmen der Wiedereingliederungshilfe
  • Jugendamt - Hilfe zur Erziehung
  • Beihilfestelle - Aufwendungen im Krankheitsfall bei Richtern, Beamten und Berufssoldaten
  • Pflegekassen - Betreuungsleistungen
Es ist empfehlenswert, erst bei dem Kostenträger eine grundsätzliche Bereitschaft der Kostenübernahme einzuholen. Danach wird in der Regel eine ärztliche Verordnung oder eine Stellungnahme von therapeutischer oder pädagogischer Seite gefordert.
 
Lehnen die Kostenträger die Übernahme der Reittherapie ab, so können Sie die angefallenen Kosten bei der Erklärung zur Einkommenssteuerrückvergütung als „außergewöhnliche Belastungen“ geltend machen. Das Finanzamt benötigt ein ärztliches Attest über die Notwendigkeit der Therapie.

 

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Wir danken unserer ehemaligen Praktikantin Katharina Lorenz für ihre Mitarbeit und das uns zur Verfügung gestellte Bildmaterial.

Standort
Beratungsstelle für Behinderte
Benzinoring 1
Rathaus Nord, Gebäude C, 4. OG
67657 Kaiserslautern
  • 0631 365 - 4026 / 2259
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