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Alles für die Lok: „Wir führen einen Kampf gegen die Straße“

OB Weichel besucht die Railmaint GmbH in der Pariser Straße

Kaiserslautern, 09.11.2018

Es riecht nach Maschinenöl, die Funken sprühen und die Gabelstapler liefern verschieden beladene Paletten ab. Im Kaiserslauterer Werk der Railmaint GmbH mit Hauptsitz im sächsischen Delitzsch wirken die Arbeiter noch hauptsächlich in Handarbeit. Nur Logistik und Verwaltung sind vollständig digitalisiert. Wie der Spagat zwischen Traditionsgewerbe und digitaler Administration funktioniert, hat sich Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel am Donnerstag beim Betriebsbesuch zeigen lassen.

Das Railmaint-Werk Kaiserslautern ist am ehemaligen Standort des früheren „Ausbesserungswerks Kaiserslautern“ in der Pariser Straße beheimatet. Seine Wurzeln reichen also zurück bis ins Jahr 1914, in dem im Zuge des Baus der Pfälzischen Ludwigsbahn ein Werk für Wartungsarbeiten und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen in Kaiserslautern gegründet wurde. Güterwagen, Radsätze und Komponenten werden auch heute noch im Kaiserslauterer Werk aufbereitet. „Unsere Dienstleistungspalette ist deutschlandweit einzigartig“, berichtet Sven Goetzke, Leiter des Werks. So viele unterschiedliche Produkte würden selten in einer einzigen Werkstatt in Stand gesetzt.

Bei Railmaint steht meist noch das handwerkliche Arbeiten im Vordergrund. Beim Schweißen, brennen und klopfen werden noch verhältnismäßig wenig digitale Techniken verwendet, so Goetzke. Außer im Bereich der Verwaltung und der Logistik, die eng mit der Produktion verzahnt ist, hat sich bezüglich digitaler Mechanismen einiges verändert. Die individuellen Wartungsregelwerke zu den verschiedenen Produkten etwa werden in der Produktionshalle an Terminals abgerufen. Die Prozesse, die im Werk ablaufen, sind ebenfalls in einem ERP-System erfasst. „In den letzten fünf Jahren hat sich hier im Bereich Digitalisierung viel getan, die Branche hinkt im Allgemeinen allerdings noch etwas hinterher“, so der Lauterer Werksleiter. Um nicht abgehängt zu werden, müsse die Branche unbedingt dran bleiben. Daher betonte Goetzke in Bezug auf den Markt des Gütertransports: „Wir führen keinen Kampf gegen unsere Konkurrenten in der Branche, sondern gegen die Straße.“

Railmaint hat sich zu einem der europaweit führenden Dienstleister im Bereich der Wartung und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen des Güter- und Personenverkehrs entwickelt. Die Geschäfte laufen gut, das Werk ist voll ausgelastet, berichtet Railmaint-Chef Andreas Dietsche. 150 Mitarbeiter zählt das Werk in Kaiserslautern, insgesamt arbeiten 830 Mitarbeiter für Railmaint. Nach Dietsches Geschmack dürfte es allerdings ruhig mehr Personal sein. „Wir wollen als Unternehmen weiter wachsen und können vor allem Schlosser, Schweißer, aber auch Ingenieure und Bürokaufleute gebrauchen“, so Dietsche, der seit Februar 2018 alleiniger Geschäftsführer der Railmaint GmbH mit Sitz im sächsischen Delitzsch ist. Es sei schwer, Fachkräfte für diesen Sektor zu bekommen.

Im Zuge dessen brachte Oberbürgermeister Klaus Weichel den Vorschlag ein, sich auch um Fachkräfte und Quereinsteiger mit Migrationshintergrund zu bemühen. Die Agentur für Arbeit komme etwa vollständig für ein bezahltes Praktikum von bis zu acht Monaten auf, das helfen soll, ausländische Fachkräfte mit guten Sprachkenntnissen in den Arbeitsmarkt zu integrieren.



Andreas Dietsche (2.v.l.) und Sven Goetzke (2.v.r.) erklären Jutta Knieriemen (1.v.l.) und Stefan Weiler (Mitte) von der WFK sowie OB Klaus Weichel (1.v.r.) die Produktionsabläufe der Railmaint GmbH.
© Stadt Kaiserslautern

Autor/in: Charlotte Lisador - Pressestelle
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