„Philosophie trifft Olympia“ im Theodor-Zink-Museum | Wadgasserhof
Vortrag zum Kaiserslauterer Jahresmotto 2012: „Jahr der Begegnung – Kultur trifft Sport“
Am Mittwoch, 19. September 2012, lädt das Theodor-Zink-Museum | Wadgasserhof zu einem Vortragsabend mit Professor Dr. Wolfgang Neuser ein. Ab 19:00 Uhr spricht Neuser zum Thema „Philosophie trifft Olympia“. Die Veranstaltung ist Teil des Jahresmottos „Jahr der Begegnung – Kultur trifft Sport“. Der Vortrag findet im Wadgasserhof statt. Dort ist noch bis zum 07. Oktober 2012 die Ausstellung „Im Zeichen der Ringe – Olympia und die Pfälzer“ zu sehen.
Das moderne Olympia hatte ursprünglich das Ziel, durch die gemeinsamen Spiele völkerverbindend zu wirken. Freundschaften zwischen Sportlern oder Zuschauern unterschiedlicher Völker sollten gestiftet werden und entstehen. Das Mittel dazu ist heute wie damals der Wettstreit zwischen Sportlerinnen und Sportlern. Für diesen Wettstreit braucht es Kriterien, die nicht unabhängig oder folgenlos sind. Bei der Frage, welche Sportarten sich für einen Wettstreit eignen, sind diese beispielsweise auch abhängig vom Zeitgeist. Die Wettkämpfe sind zudem ein impliziter Ausdruck dafür, wie man den Menschen sieht, was man als Ausdruck des physischen Profils des Menschen annimmt. Die Philosophie hilft diese Kriterien zu definieren.
Wolfgang Neuser stellt zunächst zwei Fragen in den Fokus seiner Überlegungen: Die Frage nach der Geschlechterzugehörigkeit und die Frage nach Behinderungen im Sport. Im Fokus des Vortragsabends steht aber letztlich die Frage, was oder wer ist der Mensch? Ist eine Konkurrenz unter Menschen in jedem Fall ethisch vertretbar? Was würde mit der Gesellschaft passieren, wenn wir Konkurrenz nicht hätten? Welche Formen von Konkurrenz sind ethisch vertretbar?
Für Olympia selbst ergeben sich aus den oben genannten Themen grundsätzliche Fragen: Was würde sich für Olympia ändern, wenn man eine verbindliche Definition für Mann oder Frau hätte? Wäre das überhaupt möglich? Und was bedeutet es für Olympia, wenn Behinderte ausgeschlossen bleiben oder wenn sie an den Spielen teilnehmen dürfen, aber die Leistungsfähigkeit der Prothesen beschränkt wird? Was passiert mit den olympischen Spielen, wenn man Medaillen nur noch als Behinderter erreichen kann? Was bedeutet das für die Gesellschaft? Fragen, die der Diskussion bedürfen, um eine akzeptable Antwort zu finden.
Mit dem diesjährigen Motto wird Kaiserslauterns kulturelle und sportliche Vielfalt in den Focus gerückt. Das Thema „Jahr der Begegnung – Kultur trifft Sport“ setzt die überaus erfolgreichen Themenjahre „Jahr der Wissenschaft – Wissen schafft Begeisterung“, „Jahr der Wissenschaft – Wissen schafft Arbeit“ und „Jahr der Internationalität – Wissen schafft Integration“ im vierten Jahr fort. Erstmals wird das Motto des Jahres 2012 als Kooperationsprojekt durchgeführt. Unter Federführung des Projektbüros städtische Veranstaltungen beteiligen sich zahlreiche Institutionen und Einrichtungen.
Weitere Informationen zu den einzelnen Terminen, Veranstaltungsorten und Programmen gibt es bei der Tourist Information Kaiserslautern, bei den einzelnen Veranstaltern oder unter www.kaiserslautern.de.
Autor/in: Claudia Mühlberger - Pressestelle
Kaiserslautern, 14. September 2012