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Junge Menschen braucht die Stadt!

Vortrag von Professor Gabi Troeger-Weiß in der Fruchthalle
Im Rahmen der Vortragsreihe zum Kaiserslauterer Jahr der Wissenschaft referierte Professor Gabi Troeger-Weiß gestern Abend in der Fruchthalle über das Thema „Junge Menschen braucht die Stadt“. In ihrem Vortrag setzte sich die Professorin vom Lehrstuhl „Regionalentwicklung und Raumordnung“ des Fachbereichs Architektur, Raum- und Umweltplanung, Bauingenieurwesen der Technischen Universität Kaiserslautern mit dem Phänomen des demographischen Wandels auseinander. Sie stellte dessen Auswirkungen für Städte und Gemeinden dar und zeigte Strategien, Handlungsmöglichkeiten und Projekte auf, mit deren Hilfe negative Auswirkungen aufgefangen werden können. Professor Jürgen Nehmer, Technologiebotschafter der Stadt Kaiserslautern, führte durch das Programm. Dieses wurde musikalisch vom Ditzner Twintett mit Musikcabaret der Extraklasse gestaltet.

Zu Beginn ihres Vortrags erläuterte Troeger-Weiß den Begriff des „demographischen Wandels“, unter den die in Deutschland statt findenden Veränderungen von Bevölkerungszahl und -zusammensetzung verstanden werden. „Diese drücken sich beispielsweise in sinkenden Einwohnerzahlen, einem steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung sowie einem steigenden Anteil von Zuwanderern und Einwohnern mit Migrationshintergrund aus“, erklärte die Wissenschaftlerin. Deutschland werde sozusagen „weniger, älter und bunter“. Auch Kaiserslautern liege im bundesweiten Trend.

Für die Stadt Kaiserslautern wird vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz bis zum Jahr 2050 ein Rückgang der Einwohnerzahlen um 16 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 prognostiziert. „Dies bedeutet im Jahr 2050 eine Zahl von rund 82.900 Einwohnern in Kaiserslautern“, so Troeger-Weiß. Für die gesamte Region Westpfalz werde bis zum Jahr 2050 sogar ein Bevölkerungsrückgang von 29 Prozent erwartet. In Kaiserslautern ist das Durchschnittsalter bereits bis zum Jahr 2006 deutlich gestiegen. Dieser Trend wird sich im Zusammenhang mit dem Rückgang der Zahl der unter 20-Jährigen - bis 2050 voraussichtlich um 29 Prozent - weiter verstärken.

Die Auswirkungen, die sich aus der demographischen Entwicklung für Kaiserslautern und andere Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz und Deutschland ergeben, sind vielfältig. „Sie umfassen Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur und auf dem Arbeitsmarkt, bei der Siedlungsstruktur sowie auf dem Wohnungsmarkt“, meinte Troeger-Weiß. Außerdem beinhalten sie veränderte Anforderungen an Bildungs-, Versorgungs- und Technische Infrastruktur und haben Auswirkungen auf die kommunalen Finanzen.

Wie die Wissenschaftlerin in ihrem Vortrag darlegte, werden an ihrem Lehrstuhl in verschiedenen praxisbezogenen Forschungsprojekten Ausprägungen und Auswirkungen des demographischen Wandels untersucht und Handlungsstrategien zur deren Bewältigung erarbeitet. Anhand konkreter Projektbeispiele aus Oberfranken, Hannover, Aachen und Sachsen zeigte Troeger-Weiß mögliche Maßnahmen auf, wie Regionen und Kommunen den negativen Wirkungen des demographischen Wandels begegnen können. Bei den vorgestellten Projekten werden insbesondere junge Menschen mit Marketingmaßnahmen und Slogans angesprochen, in die Stadt oder in eine bestimmte Region zu ziehen, da sie eine wichtige Bevölkerungsgruppe für die zukünftige Entwicklung darstellen.

„Werden die Herausforderungen des demographischen Wandels angenommen, bieten sich Chancen für die zukünftige Entwicklung“, meinte die Professorin abschließend. Dabei sei es wichtig, dass alle gesellschaftlichen Akteure untereinander abgestimmte Handlungsmöglichkeiten ergreifen. Dies könne beispielsweise mittels demographisch orientierter kommunaler Entwicklungskonzepte geschehen, die in konkreten Projekten umgesetzt werden.
Autor/in: Sandra Zehnle - Pressestelle
Kaiserslautern, 27. August 2009

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