Innenminister Walter Zuber informierte sich über „Aktion Soziale Stadt 2002“ in Kaiserslautern
Der rheinland-pfälzische Innenminister Walter Zuber hat sich bei seiner
diesjährigen Sommerreise, die ihn unter dem Motto Von Mensch zu Mensch
in alle Oberzentren des Landes führt, am 23. Juli 2002 in Kaiserslautern
über die Umsetzung des Gemeinschaftsprogramms von Bund und Land Aktion
Soziale Stadt 2002 informiert. Dieses Programm verknüpft bauliche und
soziale Maßnahmen, um für belastete Stadtteile neue Zukunftsperspektiven
zu entwickeln. In Kaiserslautern fördert das Land mit Millionenbeträgen
die Auflösung des sozialen Brennpunkts Kalkofen und die Erstellung eines
Handlungskonzeptes für das Sanierungsvorhaben Innenstadt West.
Minister Zuber wurde von Oberbürgermeister Bernhard J. Deubig, Vertretern
der Bau AG und der Stadtverwaltung in der Kindertagesstätte Mobile im
Asternweg empfangen. Nach einem Rundgang durch die Einrichtung erläuterten
Herbert Michaelis, Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft und Hochbau, und
Günter Andes, Leiter des Jugendamtes, das Konzept für die Sanierung des
Gebietes im Asternweg und im Geranienweg, des so genannten Kalkofens, in
dem die Kindertagesstätte eine zentrale Rolle spielt. Für rund 1,5
Millionen Euro soll die Einrichtung, die für viele Bewohner eine wichtige
Anlaufstelle ist, umgebaut und mit zusätzlichen Räumen für die Kinder,
einen Bürgertreff sowie verschiedene soziale Dienste und Beratungsstellen
ausgestattet werden. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt die Erweiterung
der Kindertagesstätte mit einer kräftigen Finanzspritze und übernimmt 80
Prozent der Gesamtkosten. Wir gehen davon aus, dass wir noch in diesem
Jahr mit den Ausschreibungen für die Baumaßnahme beginnen, kündigte
Michaelis an. Zusätzlich werden am Kalkofen sechs Millionen Euro
investiert, um die Wohnblöcke zu sanieren. Bisher wurden dafür 700.000
Euro ausgegeben, zu denen das Land die Hälfte beisteuerte. Von den
Baufortschritten im Wohnbereich konnte sich der Innenminister selbst ein
Bild machen und einige sanierte Wohnungen im Geranienweg besichtigen. Die
Konzeption für die Verbesserung der Lebensbedingungen am Kalkofen stieß
bei Minister Zuber auf großes Interesse. Es ist wichtig, dass in sozialen
Brennpunkten nicht nur Wohnraum saniert wird, sondern dass auch das
Gemeinschaftsgefühl gestärkt wird, erklärte er.
Anschließend informierte sich der Minister über die im Mai 2001
eingerichtete Freiwilligen Agentur, die sich in der Schneiderstraße zu
einer frequentierten Anlaufstelle für Vereine und ehrenamtlich tätige
Bürger entwickelt hat. Deren Geschäftsführerin Lydia Müller stellte die
aktuellen Projekte der Freiwilligen-Agentur vor und bedankte sich für die
tatkräftige Unterstützung des Innenministeriums, die sich nicht nur auf
die finanzielle Förderung, sondern auch auf kompetente Beratung erstrecke.
Zum Abschluss seines Besuches in Kaiserslautern informierte sich Zuber
über die Pläne für das Sanierungsvorhaben Innenstadt West. Dieser
Stadtteil, der sich von der Trippstadter Straße bis zur Goethestraße
erstreckt und Teile der Ortsbezirke Innenstadt Südwest und Innenstadt
West/Kotten umfasst, kämpft derzeit mit Abwanderungstendenzen, sozialen
Problemen, Umweltbelastung und städtebaulichen Missständen, obwohl das
Gebiet über auffallend schöne, zum Teil denkmalgeschützte Bausubstanz und
Grünflächen verfügt. Um der Gefahr einer Abwärtsspirale für den gesamten
Stadtteil vorzubeugen und die Lebensqualität der Bürger zu erhöhen, wird
ein Modellprojekt in Zusammenarbeit von Bau AG, Universität,
Fachhochschule und Stadtplanungsamt durchgeführt. Auch die Bürger sollen
eingebunden werden. Ziel ist es, bis zum Sommer 2003 ein Gesamtkonzept mit
konkreten Handlungsvorschlägen zu erarbeiten. Das rheinland-pfälzische
Innenministerium stellt dafür 120.000 Euro bereit, das entspricht 80
Prozent der Gesamtkosten.
Oberbürgermeister Bernhard J. Deubig bedankte sich bei Minister Zuber
persönlich, aber auch bei dessen Ministerium. Es sei erklärtes politisches
Ziel, Kaiserslautern als soziale Stadt zu stärken. Daher sei die
Beteiligung an dem Programm von Bund und Land nicht nur ein Soll, sondern
ein Muss. Wenn Stadt und Land so hervorragend zusammenarbeiten, hat
Kaiserslautern eine Zukunft als soziale Stadt, erklärte Deubig.
Innenminister Zuber versicherte, das Land werde sich in diesem Bereich im
bisherigen Umfang weiter engagieren und keine Kürzungen vornehmen, zumal
das Programm Soziale Stadt auch einen wesentlichen Beitrag zur
Arbeitsplatzsicherung leiste.
Besonders angetan zeigte sich Zuber bei einem Rundgang von dem
Modellprojekt der Bau AG in der Hartmannstraße/ Ecke Königstraße, das
betreutes Wohnen und Kindertagesstätte unter einem Dach zusammenführt:
Das ist eine phantastische Grundidee. Das Zusammenleben verschiedener
Generationen solle gefördert werden, um das Verantwortungsgefühl zu
stärken und die Sicherheit zu erhöhen. Insgesamt war der Minister mit
seinem Besuch in der Barbarossastadt zufrieden: Ich habe einen sehr
positiven Eindruck gewonnen, was die Kooperation von Ämtern und
Einrichtungen in Kaiserslautern anbelangt, urteilte er abschließend. Autor/in: Susanne Kraus - Pressereferentin Kaiserslautern, 23. Juli 2002